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fair-finance Vorsorgekasse: Veranlagung - Finanzmärkte Newsletter 3. Quartal 2023

Nach den Problemen im US-Bankensektor im ersten und zweiten Quartal, entwickelten sich Aktienkurse ab Juni zunächst sehr positiv. Zumindest die US-Wirtschaft scheint mit höheren Zinsen verhältnismäßig gut zurechtzukommen, der Arbeitsmarkt zeigt sich in den meisten westlichen Ländern weiterhin sehr robust. Von Seiten der Zentralbanken wird mittlerweile ein Ende der Zinsanhebungszyklen in Aussicht gestellt, auch wenn die Inflation sich als „klebriger“ als erwartet erweist. Jedoch deuten die wirtschaftlichen Vorlaufindikatoren auf eine deutliche Schwächephase hin, die von den Aktienmärkten aus unserer Sicht nur teilweise eingepreist wird. Zuletzt litten Aktienmärkte im August unter erneuten Liquiditätsproblemen chinesischer Bauträger und Asset Manager.

Was bedeutet dies für fair-finance?

Die letzten Monate haben aus unserer Sicht gezeigt, dass nicht nur Manager explizit nachhaltiger Finanzprodukte sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen sollten. Wie berichtet, nutzt auch die Europäische Zentralbank ein Nachhaltigkeitsscoring für ihre Bestände, wodurch Emittenten mit schlechter Nachhaltigkeitsleistung in potentiellen Abverkaufsphasen stärker gefährdet sind. Von Seiten der EU wird derzeit versucht, das recht inhomogene Feld der Nachhaltigkeits-Ratingagenturen stärker zu reglementieren, um Interessenskonflikte besser in den Griff zu bekommen und Ratings besser vergleichbar zu machen. Als erfahrener und langjähriger Manager von nachhaltigen Investments begrüßen wir natürlich jede Entwicklung in Richtung mehr Bedeutung für Nachhaltigkeit.

Ausblick

Aufgrund des nur langsamen Rückganges der Inflationsraten, gehen wir davon aus, dass die Leitzinssätze länger höher bleiben werden, als derzeit vom Markt diskontiert wird. Lediglich im Falle eines stärkeren wirtschaftlichen Einbruches scheinen (die vom Markt erwarteten) Zinssenkungen in 2024 realistisch. In Folge bevorzugen wir derzeit Positionen in Unternehmensanleihen, da wir hier die Prämien, speziell im Vergleich zu Aktien, weiterhin für attraktiv halten. Gleichzeitig würde im Fall einer Rezession das Kursrisiko der Unternehmensanleihen durch dann wahrscheinlich fallende Staatsanleihenrenditen begrenzt sein. Renditen für kurze Laufzeiten (beispielsweise Festgelder) erscheinen ebenfalls recht attraktiv. Insgesamt halten wir an unserer etwas defensiveren Ausrichtung und breiten Diversifikation weiterhin fest.

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