Wissenswertes 01/15

Was man sich unter Risikomanagement vorstellen kann

Risikomanagement wurde spätestens nach den Bankenkrisen der letzten Jahre zu einem gern verwendeten Schlüsselwort und zu dem zentralen Thema sämtlicher Finanzinstitute. Je nach Geschäftstätigkeit ergeben sich unterschiedliche Ausprägungen und Schwerpunkte des Risikomanagements im Sinne von Identifikation und Handhabung von Risiken. Geschäftsbanken betrachten in erster Linie ihre Kreditrisiken, also die Bonität der Kreditnehmer und die Ausfallswahrscheinlichkeit. Vorsorge- und Pensionskassen haben das Veranlagungsrisiko und die möglichen Auswirkungen auf die Anspruchsgruppen im Auge. fair-finance betrachtet aktives Risikomanagement als bedeutenden Teil des gesamten Geschäftsmodells.

Es wird zwischen steuerbaren und nicht steuerbaren Risiken unterschieden. Nicht steuerbares Risiko ist zu vermeiden. Steuerbares Risiko ist – vor allem im Veranlagungsbereich – mitunter unumgänglich und erwünscht. Denn grundsätzlich gilt: Keine Chance ohne Risiko! Eine weitere Unterscheidung erfolgt in operationelle Risiken und Finanzrisiken. Operationelle Risiken betreffen zum Beispiel die IT-Systeme, Schlüsselpersonen, Personalkapazitäten, rechtliche Rahmenbedingungen oder die Wettbewerbssituation. Finanzrisiken werden in Markt-, Kredit-, Liquiditäts- und Zinsrisiken unterteilt. Zur deren Identifikation und Steuerung wurden von fair-finance in der Veranlagungs-/Risikostrategie je Kalenderjahr konkrete Zielgrößen und Bandbreiten bestimmter Kennzahlen definiert. Diese bindenden Vorgaben an den Vorstand werden im Kundenbeirat diskutiert und vom fair-finance Aufsichtsrat beschlossen. Der auf den Vorgaben aufgesetzte Risikomanagementprozess verfolgt das Ziel, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen, zu begrenzen und Handlungsspielräume zu schaffen. fair-finance setzt mathematische Risikomodelle anhand der marktüblichen Kennzahlen wie Performance, Bonitätsrating, Duration, Volatilität (Standardabweichung) und vor allem anhand des „Value at Risk“ ein. Value at Risk ist definiert als die Höhe desjenigen Verlustes, der mit einer von fair-finance bestimmten Sicherheitswahrscheinlichkeit von 99% innerhalb von 20 Tagen nicht überschritten wird. Der Value at Risk ist für fair finance so definiert, dass dieser das Gesamtrisikobudget nicht überschreiten darf. Kennzahlen sind für das Gesamtportfolio, aber auch für jede einzelne Asset Klasse definiert. Erreicht eine Kennzahl den definierten Wert, wird ein Prozess ausgelöst. Prozesse können je nach Definition Kauf- oder Verkaufsorders oder auch nur die verpflichtende Stellungnahme der verantwortlichen Personen gegenüber dem Vorstand oder dem Aufsichtsrat sein. Da fair-finance hard-limits (rote Ampeln) und soft-limits (gelbe Ampeln) definiert hat und zwischen aktiver und passiver Limitauslösung unterscheidet, wird ein möglicher Handlungsbedarf in der Regel frühzeitig erkannt und gleichzeitig werden übereilige Aktionen verhindert.

Als Teil des Risikomanagements führt fair-finance regelmäßig und bei Bedarf auch ad hoc Stresstests des Portfolios durch. Die dabei eingesetzten Stressszenarien umfassen historische Zeiträume wie die Asienkrise oder die Kapitalmarktentwicklung rund um 9/11 ebenso wie die Auswirkungen von fiktiven Zinsentwicklungen, die in der Vergangenheit dankenswerterweise noch nicht beobachtetet werden mussten. Das Ergebnis dieser Stresstests dient dem Vorstand und dem Aufsichtsrat als Information und als Grundlage für strategische Entscheidungen.

Der ausgezeichnete Veranlagungserfolg von fair-finance ist nicht zuletzt dem ausgeklügelten Risikomanagementsystem geschuldet. Der technischen Umsetzung auf Basis eines online-Systems, das täglich aktuelle Daten bereitstellt, kommt dabei große Bedeutung zu.

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