Veranlagung - Finanzmärkte (1. Newsletter 2021)

Die gesamte wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Jahres 2020 war geprägt von der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Maßnahmen zu wirtschaftlichen Einschränkungen. Im Frühling führten die hohen Fallzahlen zu harschen Einschränkungen der Geschäftstätigkeit und lösten damit eine beispiellose Rezession aus, die beinahe alle Wirtschafsbereiche betraf. Das BIP der Eurozone brach in der ersten Jahreshälfte um (kumuliert) rund 15 % ein. Anders als zu früheren Krisen waren im angesprochenen Umfeld nicht nur in zyklischen Sektoren heftige Schwankungen zu beobachten, sondern auch im Dienstleistungssektor sowie beim privaten Konsum.

Sowohl an den Aktien- als auch an den Anleihemärkten kam es zu historischen Kurseinbrüchen. Beginnend ab Mai schnellte mit der Lockerung der Restriktionen die Wirtschaftsaktivität in der Eurozone wieder hoch. Dabei konnten Teilbereiche der Wirtschaft sogar wieder bis zum Vor-Corona Niveau aufschließen. Auch an den Finanzmärkten konnte man ab dem Frühsommer eine beispiellose Erholung beobachten. Dieses positive Momentum konnte sich trotz weiteren Unsicherheitsfaktoren, wie zum Beispiel den US-Präsidentschaftswahlen oder den zögerlichen Brexit-Verhandlungen, bis zum Abschluss des Jahres fortsetzen. An den Aktienmärkten verzeichnete der EuroSTOXX 50 eine Jahresperformance von -4,72 %, der S&P 500 von 16,3 % und der MSCI World (USD) erreichte eine Performance 15,9 %.

Die erfreulichen Entwicklungen für die letzten Monate des Jahres 2020 entstanden vor dem Hintergrund der Entwicklung mehrerer Impfstoffe gegen das COVID-19 Virus und einer sich damit erholenden Weltkonjunktur. Die Ankündigung hat aus diesem Grund deutlich Unsicherheit aus den Märkten genommen und rechtfertigt damit die schnelle Erholung auf den Aktienmärkten zum größten Teil. In manchen Marktsegmenten kam es zu leichten Überhitzungserscheinungen, welche mit einzelnen Korrekturen bzw. Gewinnmitnahmen ausgeglichen wurden. Zwar bleiben coronabedingte Risiken aufrecht, wie beispielsweise die erheblich infektiöseren Stämme B117 (aus Großbritannien) und 501.V2 (aus Südafrika). Aktuell geht man jedoch davon aus, dass die Wirksamkeit der Impfung auch gegenüber solchen “Mutationen” besteht.

Trotz der Erholung an den Finanzmärkten gibt es nach wie vor noch Aufholbedarf in einigen Bereichen. Die Arbeitslosenraten bleiben auf erhöhtem Niveau und vor allem der Dienstleistungssektor leidet unter den anhaltenden Lockdowns.

Das allgemeine Sentiment ist für das bereits angebrochene Jahr 2021 insgesamt aber nach wie vor positiv, vor allem durch die intensiven Unterstützungen der globalen Zentralbanken und Regierungen, welche wohl das gesamte Jahr über bestehen bleiben. So kletterten die wichtigsten Indizes bereits in den ersten Handelswochen weiter auf neue Höchststände.

Den volatilen Marktentwicklungen konnten auch wir uns nicht entziehen. Nichtsdestotrotz haben wir dank getroffenen Absicherungsmaßnahmen gut performt.

Die Performance unserer Veranlagungsgemeinschaft mit einem Gesamtvermögen von EUR 795 Mio. liegt per 31. Dezember 2020 bei positiven 0,54 %.

Im Bereich der Aktien beträgt die Investitionsquote per 31.12.2020 rund 10 % und entspricht damit unserer strategischen Quote.

Auch die größte Asset Klasse, MtM-Anleihen Anleihen (Mark-to-Market oder zum Tageswert), blieb von den Marktentwicklungen nicht verschont. Jedoch konnten auch hier bereits früh Sicherungsmaßnahmen getroffen werden. Im Verlauf des Jahres konnten wir von Übergewichtungen im Bereich MtM-Anleihen und einigen Anleihe-Spezialthemen, wie zum Beispiel Wandelanleihen, High Yield Anleihen, Hybridanleihen oder Emerging Markets Anleihen, profitieren. MtM-Anleihen waren zum Jahresende mit 26,8 % sogar leicht über der Zielgewichtung.

In der Asset-Klasse HtM-Anleihen (Held-to-Maturity) konnten am Anfang des Jahres vier Zukäufe getätigt. Die Gewichtung lag zum Ende des Jahres bei rund 16,7 % und befindet sich damit fast auf der Ziel-Quote von 17 %. Der langfristige Ertrag des Portfolios liegt bei rund 3,03 %.

Sehr erfreulich verläuft das fair-finance Immobilienfonds. Ankäufe und Sanierungen der einzelnen Objekte erfolgen nach den Nachhaltigkeitskriterien für Immobilien, welche von fair-finance entwickelt wurden. Der Fonds trägt als erster Immobilienfonds das Österreichische Umweltzeichen. Die Jahresperformance bis zum 31.12.2020 beträgt in diesem Segment erfreuliche 2,65 %.

Der Bereich „Alternative“ mit einem Investment in den „AviaRent Carevision III Fonds“ für Pflegeimmobilien ist ein wertvoller Bestandteil der Asset Allokation und hilft als „nicht marktabhängiges Investment“ das Risiko aus dem Portfolio zu verringern und auch in schwierigen Zeiten eine gute Gesamtperformance darzustellen. In diesem Bereich sind auch ein Private Debt Fonds sowie ein Fonds für nachhaltige Infrastrukturprojekte investiert. Außerdem wurden Gelder für Investitionen in alternative Energie und alternative Land- und Forstwirtschaft teilweise abgerufen oder verbindlich zugesagt.

Ausblick:

Das gesamte Jahr 2020 verlief sehr unerwartet und volatil. Zu Beginn des Jahres kam der schnellste Crash aller Zeiten, gefolgt von der schnellsten Erholung aller Zeiten. Im Zuge der Erholung gab es immer wieder Korrekturen, welche jedoch bis dato alle aufgekauft wurden.

Das neue Jahr 2021 geht nichtsdestotrotz mit deutlichen Anzeichen zunehmender Risikobereitschaft einher. Das Ausgangsszenario für das 1. Halbjahr ist insgesamt positiv. Die fundamentalen Wirtschaftsdaten sind trotz des eher schwachen Dezembers expansiv. Zusätzlich kann beobachtet werden, dass einiges an Kapital noch “auf der Seitenlinie” geparkt ist und damit eine Rally jederzeit weiter befeuern kann. Der Hauptrisikofaktor, welcher uns bereits seit fast einem Jahr begleitet, bleibt nach wie vor der COVID19-Virus. Die Herausforderungen, für die Finanzmarktakteure bleiben damit unverändert hoch und macht aktives Management essenziell.

 

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