Aktuelle Entwicklung an den Aktienmärkten - Juli 2021

Die wirtschaftliche Unsicherheit bezüglich der Ausbreitung der Delta-Variante hat dazu geführt, dass sich Renditen bei Staatsanleihen – z.B. bei deutschen ebenso wie bei amerikanischen – von ihren höheren Niveaus erholt haben. Damit einhergehend erfolgte wieder eine Sektorrotation von Value hin zu Growth Titeln. Bei risikoreicheren Anleihen, wie High Yields, Hybrids und Emerging Markets Anleihen sehen wir weiterhin gute Performance – z.T. stehen die Risikoaufschläge nahe ihren Rekordtiefs. Das Thema Inflation dürfte sich aufgrund der folgenden Ausführungen sowie der sich ändernden Marktmeinung zu dem Thema, sichtbar anhand der fallenden Inflationserwartungen, im Laufe der Zeit verflüchtigen.

Was bedeutet dies für fair-finance?

Im Juni wurde die bisherige Untergewichtung von Unternehmensanleihen mit guter Bonität zurückgefahren, weshalb wir an den steigenden Kursen relativ gesehen stärker partizipieren konnten. Über Anleihen mit hoher Bonität und geringer Laufzeit konnte eine weitere Erhöhung der Absicherung des Zinsrisikos unseres Anleiheportfolios aufgebaut werden.

Die zu Jahresbeginn getroffene taktische Übergewichtung bei der Aktienquote sowie bei ertragreicheren Anleihen haben wir beibehalten und im Juli im Bereich der Aktien keine Veränderung vorgenommen.

Bezüglich des Kaufprozesses für einen nachhaltigen Impact Fonds, der sich vorrangig auf soziales Unternehmertum fokussiert, befinden wir uns für die Assetklasse der Alternativen Investments auf der Zielgeraden.

Als institutioneller Investor mit einem Schwerpunkt auf dem Anleihesektor werden wir bzw. die von uns beauftragten Manager auch weiterhin sowohl Preis- als auch Zinsentwicklungen sehr genau beobachten und daraus optimale Handlungsmaßnahmen ableiten.

Einschätzung zur Inflation

Die aktuellen Inflationszahlen im Juli haben sich leicht vom Juniniveau erholen können. Der Basiseffekt, also der Vergleich der aktuellen Inflation relativ zu den letztjährigen sehr niedrigen Inflationsdaten als Basis, dürfte mit dem Zeitablauf zunehmend die Inflation abebben lassen. Auch einzelne Preistreiber sind jenseits ihrer historischen Bandbreite. Als Beispiel dienen hierzu Gebrauchtwagenpreise aus den USA , welche im Juni auf Jahressicht +34%(!!) zugelegt haben. Dort sind Gebrauchtwagen z.T.  sogar mehr wert als zum damaligen Anschaffungszeitpunkt. Sobald sich die internationalen Lieferkettenprobleme stabilisieren, dürfte sich diese Entwicklung wieder umkehren und auf fundamental gerechtfertigte Niveaus zurückkehren. Struktureller Preisdruck ist aus unserer Sicht, vor allem in Europa, aktuell nicht gegeben. Zudem betont die Federal Reserve (FED), also die amerikanische Zentralbank, auch immer mehr, dass sie aktuell mehr ihr Ziel der Vollbeschäftigung forciert als die Preisstabilität. Auch kurzfristiges Überschießen der Inflation (wie wir es aktuell sehen) über das 2% Ziel ist die FED gewillt zu tolerieren. Ebenso hat sich auch die EZB geäußert, welche in Ihrer Zinsentscheidung im Juli die Zinsen auf dem tiefen Rekordniveau und die weiterhin lockere Geldpolitik bestätigt hat, sowie ein temporäres Überschießen des Inflationsziels in Kauf nehmen wird.

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