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GRUNDSATZ DER NACHHALTIGKEIT DER VERANLAGUNG

Der Grundsatz einer nachhaltigen Vermögensveranlagung ist bereits in der Satzung von fair-finance verankert: „Die Gesellschaft fühlt sich insbesondere einer menschen- und umweltfreundlichen Veranlagung des treuhändig überantworteten Kundenvermögens verpflichtet.“ Zur konkreten und anwendbaren Umsetzung dieses Grundsatzes wurde durch den Kundenbeirat von fair-finance die Nachhaltige Veranlagungsrichtlinie beschlossen. Diese Richtlinie beinhaltet detaillierte Positiv- und Negativkriterien für Investitionsentscheidungen und regelt deren Anwendung für Direktinvestitionen, Mandatsvergaben (fair-finance Fonds) und für die Auswahl von Publikumsfonds (Fremdfonds), Einzeltitel, Immobilien  und Mikrofinanzinvestments.

Investmentprodukte wie Fonds oder Zertifikate müssen Mindestanforderungen hinsichtlich der Nachhaltigkeit, wie zum Beispiel eine Zertifizierung nach dem Österreichischen Umweltzeichen erfüllen.

Die Ausschlusskriterien der Veranlagung  gem. der Nachhaltigen Veranlagungsrichtlinie (siehe unter Download) von fair-finance, stellen als Selektionsfilter für das Investmentuniversum den 1. Schritt im Veranlagungsprozess dar. Das nachhaltige Anlageuniversum besteht derzeit aus etwa 1.200 Titel im Anleihen- und etwas 4.200 Titel im Aktienbereich.

Im 4. Schritt des Veranlagungsprozesses fließen die Positivkriterien gem. der Nachhaltigen Veranlagungsrichtlinie in den Auswahlprozess ein. Dieser sogenannte „Best-In-Class“ Ansatz führt zu einer Optimierung des Portfolios aus Sicht der Nachhaltigkeit.

Der Unterschied zu anderen Anbietern hinsichtlich „nachhaltiger“ Vermögensveranlagung liegt einerseits in dem hohen Detailierungsgrad und andererseits in der Tatsache, dass die detailliert festgelegten Kriterien auf das gesamte Portfolio angewendet werden, welches somit hinsichtlich Nachhaltigkeit einzigartig und vorbildlich in der Branche ist.

GRUNDSATZ DER DIVERSIFIKATION

Die Bestimmungsfaktoren eines strategischen Veranlagungskonzeptes umfassen die Ertragserwartungen und die Risiken der Kapitalmärkte, die Risikofähigkeit des Bestandes, den Anlagehorizont, das Asset-Liability-Profil (ökonomische Eigenschaften und die zeitliche Struktur der geplanten Auszahlungen) sowie ökonomische und rechtliche Restriktionen. Die schwierigste und zugleich wichtigste Frage im Zusammenhang mit Vermögensveranlagung ist die Verteilung des Vermögens auf die verschiedenen Asset Klassen (Asset Allokation).

Vor allem bei der Auswahl von Asset Klassen, aber auch bei der Auswahl von Managern und Veranlagungsprodukten wird eine Diversifikationsstrategie zur Neutralisation von Portfoliorisiken angewendet. Bei den Asset Klassen wird dabei auf die Korrelation und bei Managern insbesondere auf die Unterschiedlichkeit der Managementstile geachtete.

Demzufolge ist  die Bestimmung der strategischen Asset Allokation der 2. Schritt im Veranlagungsprozess von fair-finance. Die Herleitung, Festlegung und Verprobung mittels Stresstests der strategischen Asset Allokation wird in der Veranlagungs-/Risikostrategie festgelegt und dokumentiert. Zahlreiche Publikationen und Fondsmanageranalysen beweisen, dass der Werttreiber der Performance nicht das Management der einzelnen Asset Klassen, sondern die aktive Steuerung der Asset Allokation ist.

Gemäß den gesetzlichen Vorschriften und den Spezifikationen des Modells Abfertigung Neu sind die Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt, so dass alle Vorsorgekassen aufgrund identer Bestimmungsfaktoren eine ähnliche Asset Allokation aufweisen. Diesem Umstand zufolge unterscheidet sich die strategische Allokation von fair-finance im Regelfall nicht wesentlich von der Asset Allokation  der Branche.  Die Asset Allokation des Gesamtmarktes der Vorsorgekassen wird von der ÖKB quartalsweise ermittelt und allen Kassen zur Verfügung gestellt. Diese durch die ÖKB ermittelte durchschnittliche Asset Allokation dient als Benchmark für die Veranlagung. Gravierende und vor allem negative Abweichungen gegenüber der Marktperformance aufgrund der Asset Allokation sind somit nicht zu erwarten. Basierend auf den vorgegebenen Bandbreiten der Asset Allokation besteht jedoch die Möglichkeit, Opportunitäten zu nutzen und eine Outperformance zu erzielen. Die Bandbreiten sind in der Veranlagungs-/Risikostrategie geregelt und ermöglichen eine Anpassung der strategischen Asset Allokation mit dem Ziel, einen Zusatzertrag zu erzielen. Diese taktische Asset Allokation berücksichtigt kurz- und mittelfristige Bewertungen und Trends und ist die Folge einer kontinuierlichen und pro-aktiven Beurteilung der Asset Klassen. Die Asset Klassen werden im Vergleich zur strategischen Asset Allokation über- und untergewichtet, wobei die in der Veranlagungs-/Risikostrategie vorgegebenen Bandbreiten keinesfalls über- oder unterschritten werden. Die Maßnahmen der taktischen Asset Allokation stellen den 3. Schritt im Veranlagungsprozess von fair-finance dar.

Um eine Steuerung der Asset Allokation zu gewährleisten erfolgt die Auswahl der Investments daher möglichst sortenrein je Asset Klasse. Die risiko-/ertragsoptimale Ausgestaltung der taktischen Asset Allokation ist eine Kernkompetenz von fair-finance. Entscheidungen zur taktischen Allokation beruhen im Gegensatz zu anderen Konzepten nicht auf Konzern- oder Teameinschätzungen, sondern vor allem auf Konsensusdaten und Korrelationsentwicklungen, welche von einem externen Dienstleister (ECR-Research) zur Verfügung gestellt werden.

Die Titelselektion erfolgt hingegen durch auf die jeweilige Asset Klasse spezialisierte Fondsmanager, in der Regel in Form von Investmentfonds oder Mandaten. Eine weitere Kernkompetenz von fair-finance ist die Auswahl und Kontrolle der Manager und der Veranlagungsprodukte. Investitionsentscheidungen bei HtM-Anleihen, Darlehen und in besonderen Fällen auch Anleihen oder Aktien werden im Rahmen der Vorgaben getroffen.

GRUNDSATZ DER RISIKOTRAGUNG UND WERTSICHERUNG 

Um das Risiko einer möglichen Negativ- oder Minderperformance für den Anspruchsberechtigten durch Kapitalmarktschwankungen und auch durch Managemententscheidungen zu reduzieren, hat der Gesetzgeber eine Kapitalgarantie vorgesehen. Darüber hinaus gewährt fair-finance zusätzlich eine Mindestzinsgarantie. Mögliche Garantieleistungen an Anwartschaftsberechtigte (AWB) stellen eine Aufwandsposition neben Personal- und Sachkosten im Businessplan von fair-finance dar und finden somit in die Planrechnung und letztendlich in das Betriebsergebnis Eingang. Sind Garantieleistungen aufgrund einer bereits eingetretenen Minderperformance zu erwarten, wird eine entsprechende buchhalterische Rückstellung gebildet.

Unabhängig von konkreten oder budgetierten Garantieleistungen an AWB werden die im BMSVG § 20 Abs. 1 bis 3 vorgesehenen Rücklagen aus Eigenkapital gebildet.

Diese Form der erhöhten Risikotragung ist einzigartig in der Branche und steht im Widerspruch zu den Intentionen der Finanzbrache, jegliche Risiken an die Kunden zu überwälzen.

Ziel der Vermögensveranlagung ist es, dass die budgetierten Rückstellungen für Garantieleistungen nicht überschritten und die gebildeten Rücklagen nicht benötigt werden. Sofern die in der Veranlagungs-/Risikostrategie jährlich festgelegte Ertragsuntergrenze nicht unterschritten wird, ist die Zielsetzung erfüllt. Eine Ertragsuntergrenze von -2 % bedeutet eine Wertsicherung von 98 % des Vermögens. Betrachtungszeitraum ist immer das Kalenderjahr.

Die Maßnahmen zur Wertsicherung oder Risikosteuerung erfolgen über eine dynamische Veränderung der Portfoliopositionen und über Sicherungsmaßnahmen innerhalb der Mandate. Investitionsgrad und Risikobudgets je Asset Klasse und für das Gesamtvermögen werden grundsätzlich täglich überwacht. Die Wertsicherung durch Risikosteuerung bildet den letzten Schritt im Veranlagungsprozess von fair-finance.

 

GRUNDSATZ DER TRANSPARENZ UND MITGESTALTUNG

Das stakeholderorientierte Geschäftsmodell von fair-finance bindet die Kunden auch in die Vermögensveranlagung mit ein. Der Kundenbeirat beschließt nicht nur die Nachhaltige Veranlagungsrichtlinie (siehe Download), sondern kontrolliert auch deren Einhaltung. Kontrolle im Zusammenhang mit Vermögensveranlagung bedeutet nicht Misstrauen, sondern Sicherheit. Zu diesem Zweck wird jährlich eine komplette Analyse des gesamten Portfolios hinsichtlich der Einhaltung der Richtlinie in Auftrag gegeben. Im Rahmen der Engagement-Policy, welche Bestandteil der Richtlinie ist, werden eventuelle Verstöße analysiert und bereinigt.

Die Teilnahme an den Sitzungen des Kundenbeirates ist grundsätzlich allen KundInnen möglich. Der Kundenbeirat ist gemäß Geschäftsordnung des Kundenbeirats  mit unüblichen und weitreichenden Rechten ausgestattet:

  • Einbringung von Tagesordnungspunkten zur Behandlung im Aufsichtsrat
  • Gastrecht des Vorsitzenden des Kundenbeirates im Aufsichtsrat
  • Nominierungsrecht eines Kundenvertreters für die Wahl zum Aufsichtsrat

Das investierte Portfolio der fair-finance wird monatlich aktuell unter Download veröffentlicht.

 ALLGEMEINE INFORMATIONEN