faire Veranlagung 03/2018

Erstmals seit der globalen Finanzkrise von 2008/2009 bestimmten wirtschaftliche Themen die Märkte. Der allmähliche wirtschaftliche Erholungsprozess und zuletzt der Beginn der geldpolitischen Normalisierung in den USA zeigen, dass die Finanzkrise nun weitgehend verdaut ist. Auch in Europa versuchen die Notenbanken zu einer Normalisierung zu gelangen. Zwar kauft die Europäische Zentralbank (EZB) weiter Wertpapiere auf, hat das monatliche Volumen ihrer Anleihekäufe aber reduziert und wird das Ankaufprogramm Ende des Jahres komplett beenden. Die ersten Zinserhöhungen in der Eurozone werden jedoch erst im Herbst 2019 erwartet.

Dieses Jahr sind die wirtschaftlichen und geldpolitischen Themen weitgehend durch politische Ereignisse verdrängt worden. Es sind die Handelsstreitigkeiten des amerikanischen Präsidenten mit nahezu der ganzen Welt. Gleichzeitig hat die EU an vielen Fronten zu kämpfen. So sind die fast aus dem politischen Tagesgeschehen bereits verdrängten Brexit-Verhandlungen nur schleppend vorangekommen.

Diese politischen Entwicklungen könnten den Aufschwung in einigen Ländern gefährden, wobei es historisch über jeden längeren Zeitraum letztlich immer der Konjunkturzyklus ist, der die Kurse an den Kapitalmärkten bestimmt. Der Aufschwung in den USA dauert inzwischen bereits 108 Monate an und zeigt trotzdem keine Anzeichen für ein baldiges Ende. Das signalisiert weiteres Aufwärtspotenzial für die Aktien- und Immobilienmärkte, wenn die Normalisierung der Zinsen abgeschlossen ist.

In den USA nähert sich die Inflation dem Zielwert, stellt aber noch keine Gefahr für den Aufschwung dar. Von einer fundamentalen Beschleunigung der Teuerung ist jedoch noch nichts zu sehen. Sollte die Inflation nicht viel weiter steigen, bedeutet das keinen Bedarf für weitere Zinserhöhungen und somit eine gute Nachricht für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

In anderen großen Volkswirtschaften wie der Eurozone und Japan liegen die Inflationsraten noch deutlich unter dem 2-Prozent-Ziel. Daher besteht hier auch aktuell kein Risiko einer abrupten Straffung der Geldpolitik, die die Märkte destabilisieren könnte. Für die Industrieländer zeichnet sich damit ab, dass der globale Aufschwung noch mindestens zwei, vielleicht sogar drei oder vier Jahre andauern kann, bevor er mit dem Anstieg der Inflation seinen traditionellen Wendepunkt erreicht. Die niedrige Inflation sorgt also dafür, dass der nächste Abschwung noch länger auf sich warten lässt.

Die Performance unserer Veranlagungsgemeinschaft mit einem Gesamtvermögen von EUR 512 Mio. ist per 31.07.2018 mit 0,15 % ytd knapp positiv.  Mit Ende des 1. Halbjahres betrug die ytd-Performance -0,17 % und lag gegenüber dem Branchenschnitt von -0,53 % deutlich voran.

Zum Stichtag 31.07. beträgt die effektive Aktienquote 8,65 %. Wir waren somit leicht übergewichtet gegenüber der strategischen Asset Allokation positioniert. Die Aktienperformance hat mit aktuell 1,2 % gegenüber dem Jahrestiefststand im März wieder einen positiven Trend aufgenommen.

 

 

Asset Allokation 30.06.2018                                             Strategische Asset Allokation

 

 

HtM-Anleihen (Held to Maturity) inkl. Schuldscheindarlehen liegen gemeinsam mit 22,1 % über der Zielgewichtung von 20 %. Die Quote wird sich jedoch, aufgrund der Mittelzuflüsse und des Mangels an geeigneten Anleihen, an die Zielgewichtung anpassen. Die HtM-Rendite entspricht weiterhin der Erwartung und liegt planmäßig knapp über 3 % p.a.

Größte Aufmerksamkeit verlangen weiterhin MtM-Anleihen (Market to Market oder zum Tageswert), welche die größte Asset Klasse darstellen. Wie bereits ausgeführt, blieben Zinsanhebungen im Euroraum bislang aus und auch das Ankaufprogramm der EZB läuft vorerst weiter. Trotz diese Umfeldes kam es zu einigen Korrekturen, sodass diese Asset- Klasse in den ersten vier Monaten einen negativen Performancebeitrag erwirtschaftete.

Die Asset-Klasse Microfinance entwickelt sich in Anbetracht des niedrigen Zinsniveaus moderat. Auf Jahressicht müssen wir wohl mit knapp 1 % p.a. in dieser außerordentlich nachhaltigen Asset-Klasse zufrieden sein. Mit einer negativen Performance ytd entwickelt sich auch die Asset-Klasse Wandel- und Hybridanleihen nicht allzu erfreulich.

Sehr erfreulich verläuft hingegen das fair-finance Immobilien Portfolio, welches, wie schon berichtet, aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in Form von Immobilienfondsanteilen in zwei Immobilieninvestmentfonds gehalten wird. Ankauf und Sanierung der einzelnen Objekte erfolgen nach den Nachhaltigkeitskriterien für Immobilien, welche von fair-finance entwickelt wurden. Nach der Zertifizierung des ersten Immobilienfonds mit dem Österreichischen Umweltzeichen erfolgte nun auch die Verleihung des Österreichischen Umweltzeichens für den zweiten Investmentfonds. Die Performance in der Asset-Klasse Immobilien beträgt rd. 2 % ytd. Der Bereich alternative Investments mit dem aktuellen Investment AviaRent Carevision III Fonds für Pflegeimmobilien ist ein wertvoller Bestandteil der Asset Allokation und hilft uns als „nicht marktabhängiges Investment“ das Risiko aus dem Portfolio zu nehmen und auch in schwierigen Zeiten eine gute Gesamtperformance darzustellen.

In diesem Bereich wurde nun auch ein Privat Debt Fonds angekauft und Mittel für ein Investment in alternative Energie und alternative Land- und Forstwirtschaft verbindlich zugesagt.

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