faire Veranlagung 02/16

Die Finanzmärkte sind turbulent ins Veranlagungsjahr 2016 gestartet. Sorgen bereitet unter anderem das Zinsniveau. Die durchschnittliche Umlaufrendite aller deutschen Staatsanleihen ist im April auf das Allzeittief von Null zurückgefallen. Für 30-jährige japanische Staatsanleihen bekommt man gerade noch 0,3 % p.a.. Anleihekäufer, die keine Lust auf Risiko haben, erhalten am Laufzeitende also nicht einmal den Einsatz zurück. Das Anfang März verlautbarte gewaltige QE-Programm der EZB entspricht mehr als dem 2,5 fachen des geschätzten Neu-Emissionsvolumens von Staatsanleihen im Euroraum. Es ist also davon auszugehen, dass die Renditen europäischer Staatsanleihen und qualitativ hochwertiger Unternehmensanleihen in absehbarer Zeit kaum nachhaltig höhere Renditen aufweisen werden, als wir sie aktuell vorfinden. Als wesentlicher Baustein einer langfristig orientierten, konservativen, diversifizierten Veranlagung hat die Anlagekategorie Anleihen somit eigentlich ausgedient.

Gewinner dieser Entwicklung waren im letzten Jahr die Aktien. Es vermehren sich aber die Anzeichen, dass die Aktienentwicklung ihren Höhepunkt erreicht hat. Ein Zeichen dafür könnte in der Seitwärtsbewegung seit Herbst letzten Jahres zu beobachten sein. Indikatoren sind die hohe Bewertung von US Aktien, die deutlich rückläufigen Umsätze und Gewinne der US-Unternehmen, das weltweit abnehmende Wirtschaftswachstum, die hohe und weiter zunehmende volkswirtschaftliche Gesamtverschuldung aller Orten und der unproduktive Einsatz der Neuverschuldung.

fair-finance hat das Jahr 2016 mit einer vorsichtigen taktischen Positionierung begonnen, wobei die beiden klassischen Asset Klassen Aktien und Anleihen strategisch zu Gunsten einer weiteren Diversifikation zurückgefahren wurden. Erstmals in der Geschichte unserer Vorsorgekasse haben wir Festgeldveranlagungen in die strategische Asset Allokation aufgenommen.

Konkret werden 5 % unseres Portfolios mit 0,9 % p.a. für 24 Monate und 1 % p.a. für 36 Monate gebunden. Erhöht wurde die Gewichtung von Mikrofinanz und von Wandelanleihen zu Lasten von Tageswertanleihen. Obwohl grundsätzlich gemäß der Veranlagungs-und Risikostrategie am Jahresanfang das bewilligte Risikobudget zur Verfügung stand, wurde erst Ende März die strategische Aktienquote ausgenutzt.

Die Performance unserer Veranlagungsgemeinschaft liegt Mitte April 2016 mit 0,71 % ytd in etwa an der Benchmark. Der benchmarktnahe Verlauf der Performance zeigt, dass uns in 2016 bisher abweichende Entwicklungen einzelner Investments erspart blieben bzw. durch die Asset Allokation kompensiert werden konnten. Aktien sind mit -4 % seit Jahresbeginn negativ. Das HtM-Segment stellt die wesentliche stabilisierende Säule der Asset Allokation dar. Sofern keine

Entwidmungen vorzunehmen sind, wird diese Assetklasse mit einer Rendite von über 3 % p.a. und einer Gewichtung von über 30 % per Ende April der wesentliche Baustein der Veranlagung in 2016 sein.

Seit Ende Februar entwickelt sich das Segment Sonstige (Tageswertanleihen, Wandelanleihen, Immobilien, Mikrofinanz) erfreulich. In diesem Segment konnte eine deutliche Overperformance gegenüber der Benchmark erzielt werden.

Veranlagungsgrafik 022016

Performancetreiber innerhalb des Segments sind Fremdwährungsanleihen. Stabile Performancebeiträge liefern die Klassen Mikrofinanz und Immobilien. Wohingegen Wandelanleihen dem ihnen innewohnenden Risikoprofil gerecht werden und mit rd. -2 % eine Performance zwischen Aktien und Anleihen zeigen.

Nachhaltigkeit

Das Hearing zur jährlichen Nachhaltigkeitsevaluierung durch ÖGUT fand kürzlich am 09.05.2016 statt. Die fair-finance Vorsorgekasse kann sich wieder über den Gold-Status freuen. Besonders stolz sind wir über das Erreichen der Bestnote A+ für das Portfolio. Laut Jury wurde diese Bestnote zum ersten Mal vergeben. 

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