faire Veranlagung 02/15

Die Auswirkungen der für die USA zu Jahresmitte angekündigten Zinssteigerungen sind für Europa und für Euro-Investoren wie die österreichischen Betrieblichen Vorsorgekassen nicht absehbar. Steigende Zinsen führen zu fallenden Anleihekursen. Das steht fest. Aber was tun und vor allem wann?

Aktien sind heuer, wie schon im letzten Jahr,  der Renner. Je mehr Aktien im Portfolio, desto besser. Aber auch hier stellt sich die Frage, wie lange das noch gut geht. Das billige Geld der Nationalbanken soll Geld in die Wirtschaft pumpen, fördert aber primär die Spekulation. Droht das Platzen der nächsten Blase? Und vor allem wann? Denn jeder will natürlich solange dabei sein, wie es geht.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktsituation gilt es für fair-finance Ruhe zu bewahren. Wir halten an unserer konservativen Ausrichtung fest, auch wenn uns dies wie insbesondere im März relativ zum Markt Performance kostet. Umso mehr freuen wir uns bereits im 1. Quartal 2015 eine Performance von 2,19 % erzielt zu haben. In unserem auf Sicherheit ausgerichteten Veranlagungsportfolio waren wir im 1. Quartal bei Aktien weiterhin untergewichtet gegenüber dem Markt.  Im April haben wir die Aktienquote etwas angehoben und unsere grundsätzliche globale Positionierung zu Gunsten von Europa verändert und einen Themenschwerpunkt im Bereich Wasser gesetzt. Aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten ist Wasser ein diskussionswürdiges Thema, so dass wir bei der Fondsauswahl ein Produkt gewählt haben, das nach dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert ist und unsere Richtlinie nachhaltiger Veranlagung erfüllt.

Im Anleihesegment versuchen wir die HtM-Quote (Anleihen höchster Bonität, die wir bis zur Endfälligkeit halten und somit ohne Kursschwankungen bewerten) zu halten. In Ermangelung attraktiver Renditen für derartige Wertpapiere, sind aber praktisch kaum Titel zur Neuinvestition zu finden. Daher setzen wir weitere Diversifizierungsschritte. So haben wir in supranationale Anleihen von AAA-Emittenten in ausgewählten Fremdwährungen investiert, um von den höheren Renditen zu profitieren. Eine leichte Anhebung des Fremdwährungsanteils erscheint uns in Anbetracht des Währungsgefüges aktuell nicht nachteilig.

Zur Stabilisierung des Ertrages wird der Anteil von Mikrofinanzinvestitionen schrittweise auf  8 % des Portfolios angehoben. Eine ähnliche Zielsetzung verfolgen wir mit dem fair-finance real estate fonds. Dieser Spezialfonds startet exklusiv für fair-finance nach unseren Vorgaben im Juni mit dem Ankauf eines attraktiven Wiener Zinshauses. Ein zweites Investment wird Mitte Juni folgen. Die Rendite ausschließlich aus Mieterträgen wird bereits mit Fondsstart rd. 3 % betragen.

Trotz Diversifikation und vorsichtiger Marktpositionierung sind Rückschläge nicht ausgeschlossen. Um negative Kursentwicklungen zu begrenzen, haben wir Risikobudgets je Assetgruppe festgelegt. Bei Erreichen des Risikobudgets sind verschiedene Maßnahmen bis hin zum Verkauf der Holdings vorgesehen.

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